Klaus Miller

Fähnrich und Zeugwart

Ich bin bei meinen Großeltern aufgewachsen, mein Opa, Jakob Wirtenberger,  war seit 1926 begeisteter Pradler Schütze und zumindest Zeit seines Lebens in Pradl selbst zuhause. Mein Opa war Ehrenoberjäger und meine Oma, Anna Wirtenberger, war Ehrenkranzträgerin.
Fronleichnam sollte im Jahr 2011 dazu führen, dass ich Pradler Schütze wurde. In einem sehr angenehmen Gespräch kam ich mit Kurt Buchmayr in eine Diskussion zum Thema Schützenwesen. Auf meine Frage, was denn der Sinn von Schützen wäre, antwortete Kurt ganz trocken- …. schiessen! Das war für mich sehr einprägsam, denn die Antwort lag einerseits im Wort selbst und andererseits wird besonders in Pradl die Schiesstradition sehr hochgehalten, was für mich außerordentlich wichtig ist. Traditionsverbundenheit ist notwendig, aber alleingestellt fast zu wenig...

Letztlich war es dann der positive Einfluss von Roman Strickner, der dazu beigetragen hat, dass ich den Pradler Schützen beitreten wollte. Ursprünglich kannte ich ihn flüchtig von Motorradtreffen, mittlerweile ist er ein besonders guter Freund geworden.

Nach einer verhältnismässig strengen Exerziereinschulung durch Walter Wurnitsch wurde ich im Juni 2011 durch den damaligen Hauptmann Helmuth Paolazzi nach zuvoriger Befürwortung der Kompagnie aufgenommen. Die Aufnahme war formlos, per Handschlag. Sollte ich jemals wieder austreten wollen, so meinte Helmuth, sollte dies nicht böhmisch erfolgen, sondern mit Anstand und entsprechender Ansage. Bis heute habe ich keinen Gedanken an einen möglichen Austritt verschwendet.

Den ersten Russen habe ich im Rapoldipark zum Geburtstag von Karl Winkler gezündet.

Die Fügung hat ergeben, dass ich durch Thomas Krautschneider bereits nach 6 Monaten zum Zeugwart vorgeschlagen und gewählt worden bin. Am Anfang wurden sehr intensiv, alte und verschlissene Teile an den Trachten getauscht und erneuert. Es gab eine Stutzeninitiative, da Schützen keine reinweissen, sondern rohweissen Stutzen tragen sollten. Leibe wurden erneuert und Maketenderinnen und Schützen zum Teil neu adjustiert. Am Anfang war noch viel zu berichten, heute wird leider mehr zurück- als ausgegeben. Wir haben gemeinsam die Hauptleutebilder ergänzen können, die Bar erneuert und das Schützenheim audiovisuell aktualisiert. Die Todo-Liste von Hans war zur Überwindung meines Schlendrians stets bereit.

Es gab und gibt sehr viele schöne Ausrückungen, Schiessveranstaltungen und Augenblicke mit den Kameraden und unseren Schützendamen- alle aufzuzählen ist unmöglich. Die großen Stärken unserer Kompagnie sind jedenfalls der besondere Wille zur Gemeinschaft und auch der umfassende Einbezug unserer Partnerinnen und Familien. Diese Intensität und Freude bei den unterschiedlichsten Treffen sind aus meiner Sicht einzigartig.

Es ist mir ein Anliegen, eine besondere Persönlichkeit zu erwähnen, die mich sehr beeindruckt hat. Ich bin froh, dass ich noch unseren langjährigen Fähnrich Adi Wurnitsch kennenlernen durfte und mit ihm gemeinsam schöne Erlebnisse teilen konnte. Ich werde Adi immer als positiven Menschen in Erinnerung halten und ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Ich kann mich in der gemeinsamen Zeit nicht einmal an einen mürrischen Adi erinnern, die Feste konnte er feiern wie kein anderer, die Ausrückungen waren lang, intensiv und herrlich. 2014 haben wir uns noch beide in der Klinik getroffen, ich bin heute noch bewegt und fühle mich geehrt, dass es der Wunsch von Adi war, dass ich sein Erbe als Fähnrich antreten sollte. Seit 2014 nehme ich diese Aufgabe sehr gerne wahr und bin stolz, die Pradler Fahnen tragen zu dürfen.

Auszeichnungen:

  • Bronzene Verdienskreuz der Kompanie - 13.11.2022
  • BTSK Verdienstmedaille Bronze 14.11.2021
  • Land Tirol Landesfestumzug 2009 - 21.09.2009
  • Republik Österreich Wehrdiensmedaille in Bronze 10.10.1986


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Standschützenkompagnie Pradl
Schützenheim
Gabelsbergerstraße 1
(Eingang Rennerschule)
6020 Innsbruck

 

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Das Schützenheim in Pradl ist jeden Freitag (außer wenn unsere internen Monatsversammlungen stattfinden - 2. Freitag des Monats von Oktober bis Juni) ab 19 Uhr  für alle - besonders auch für Gäste - geöffnet.

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